Wem gehört die Geschichte des Krieges?

Die Darstellung der postjugoslawischen Kriege in deutsch- und schwedischsprachiger Literatur

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Sprache:

Anja Zeltner

Dr. Anja Zeltner hat Neuere Deutsche Literatur und Nordische Philologie in Erlangen, Uppsala und Dijon studiert. Wem gehört die Geschichte des Krieges?, fragte sie in ihrer 2017 erschienenen Dissertation. Anja war bis August 2019 Projektmanagerin bei OpenD und für das Magazin verantwortlich. 

Auf einen?

Expertise

  • Wissenschaft kommunizieren
  • Open-Access publizieren
  • Schreiben von fast jeder Art von Text

Interessant für

  • Narrativitäts-Forschung
  • Darstellungsproblematik in der Literatur
  • Balkanismus-Forschung
  • Promotionsinteressierte, Promovierende und Promovierte
Alexander Andrews/Unsplash
Anja Zeltner

Dr. Anja Zeltner hat Neuere Deutsche Literatur und Nordische Philologie in Erlangen, Uppsala und Dijon studiert. Wem gehört die Geschichte des Krieges?, fragte sie in ihrer 2017 erschienenen Dissertation. Anja war bis August 2019 Projektmanagerin bei OpenD und für das Magazin verantwortlich. 

Auf einen?

Expertise

  • Wissenschaft kommunizieren
  • Open-Access publizieren
  • Schreiben von fast jeder Art von Text

Interessant für

  • Narrativitäts-Forschung
  • Darstellungsproblematik in der Literatur
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Interview

Franz Himpsl
Freier Autor

Werden Geschichten über den Krieg anders erzählt als Geschichten zu anderen Themen?

Anja Zeltner
schreibt…
Franz Himpsl
Freier Autor

Werden Geschichten über den Krieg anders erzählt als Geschichten zu anderen Themen?

Anja Zeltner
Freie Autorin

Es gibt bestimmte Themen, die sich bei Kriegsdarstellungen in der Literatur wiederholen: Nicolas Borns 1979 erschienener Roman „Die Fälschung“ ist ebenso als Kritik an dem Genre der Kriegsberichterstattung formuliert wie Peter Handkes zwei Jahrzehnte später veröffentlichte Texte. Allerdings unterscheiden sich Themen und Motive in deutsch- und schwedischsprachiger Literatur zum Teil beträchtlich. So wurden die schwedischen Texte größtenteils von Autoren geschrieben, die die Jugoslawienkriege der 90er Jahre selber miterlebt haben. Dadurch sind sie unmittelbarer als die Textzeugnisse von deutschsprachigen Autoren, die oft erst Jahre später die ehemaligen Kriegsschauplätze aufsuchten.

Franz Himpsl
Freier Autor

Du hast deine Dissertation auf dem Server deiner Universitätsbibliothek erstveröffentlicht – was sind deine Erfahrungen dabei gewesen?

Anja Zeltner
Freie Autorin

Ich bin dankbar dafür, dass meine Universitätsbibliothek ihren Promovierten die Möglichkeit zur kostenfreien Publikation bietet, weil ich es mir zum damaligen Zeitpunkt nicht hätte leisten können, die Publikationsgebühren bei klassischen Verlagen aufzubringen. Außerdem finde ich es toll, dass meine Dissertation Open Access zugänglich ist. Das Einzige, was ich schon damals schade fand, war, dass meine Dissertation zwar auffindbar war, aber weder für die wissenschaftliche Community noch für interessierte Leser wirklich sichtbar. Anders gesagt: Man musste schon sehr tief im Thema drinstecken, um bei einer Recherche auf meine Arbeit zu stoßen.

Franz Himpsl
Freier Autor

War das ein Grund, warum du das Projekt „OpenD“ mitbegründet hast?

Anja Zeltner
Freie Autorin

Auf jeden Fall! Ich wünsche mir gerade für die Geisteswissenschaften, dass sie die Möglichkeiten von Open-Access-Publikationen für sich entdecken. Geisteswissenschaftler sollten sich nicht scheuen, ihre Themen verständlich für die interessierte Öffentlichkeit zu kommunizieren. Je zugänglicher und transparenter geisteswissenschaftliche Ergebnisse für die Gesellschaft sind, desto stärker können sie den öffentlichen Diskurs prägen.

Schlagwörter

Jugoslawienkriege, Peter Handke, Juli Zeh, Saša Stanišić, Norbert Gstrein, Martin Mosebach,  Marica Bodrožić, Zulmir Bečević, Balkanismus, Kriegsliteratur, Literaturfehde, Narrativität

Zusammenfassung

Diese Arbeit beschäftigt sich komparatistisch mit literarischen Darstellungen der postjugoslawischen Kriege der 90er Jahre. Verglichen wird die deutsch- und die schwedischsprachige Literaturlandschaft. In der deutschsprachigen Literatur wurde der Diskurs vor allem durch literarische Reiseberichte des österreichischen Schriftstellers Peter Handke angestoßen; die vorliegende Analyse beschränkt sich jedoch nicht auf diesen Autoren. Zusätzlich werden rund 20 weitere deutschsprachige Texte hinsichtlich ihrer literarischen Verfahrensweisen und Motivik sowie ihrer Wirkung in Presse und Wissenschaft untersucht. Gleiches geschieht mit etwa zehn schwedischsprachigen Texten. Es stellt sich bei der Untersuchung heraus, dass sich die Diskurse in der deutsch- und schwedischsprachigen Literaturlandschaft grundlegend unterscheiden. Einer der Gründe dafür ist, dass die schwedischsprachigen Texte häufiger von biografischen Erlebnissen der Autorinnen und Autoren geprägt sind und damit weniger die Fragen von Augenzeugenschaft und Medienkritik behandeln, die im deutschsprachigen Diskurs im Vordergrund stehen. Die fehlende eigene Kriegserfahrung von Autorinnen und Autoren spiegelt sich hingegen in den deutschsprachigen Texten.

Volltext auf OpenD

Diese Dissertation ist auf OpenD im Volltext verfügbar. Online und OpenAccess.

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Zitiervorschlag

Zeltner, Anja. Wem gehört die Geschichte des Krieges? Die Darstellung der postjugoslawischen Kriege in deutsch- und schwedischsprachiger Literatur. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 2017, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:29-opus4-82686.

Repository

opus4.kobv.de

Identifikatoren

urn: urn:nbn:de:bvb:29-opus4-82686

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