Expertise

  • Sozialtraining mit Kindern und Jugendlichen
  • Schulsozialarbeit
  • Familienhilfe und Erziehungsbeistand

Interessant für

  • Sozialarbeiter*innen/ Pädagog*innen
  • alle mit Interesse an sozialer Kompetenzförderung
  • Befürworter*innen der sozialen Weiterbildung

Interview mit Dr. Janine Linßer

Janine Linßer hat an der Fachhochschule Münster Soziale Arbeit studiert und an der Universität Münster im Fach der Erziehungswissenschaft promoviert. Neben ihrer aktuellen Tätigkeit als Hochschullehrerin an der SRH Hamm hat sie bereits Praxiserfahrung in den Bereichen Schulsozialarbeit, Familienhilfe/Erziehungsbeistandschaft sowie in der Fortbildung von Sozialpädagog*innen und Lehrkräften zum Thema Sozialtraining mit Kindern und Jugendlichen sammeln können.

Expertise

  • Sozialtraining mit Kindern und Jugendlichen
  • Schulsozialarbeit
  • Familienhilfe und Erziehungsbeistand

Interessant für

  • Sozialarbeiter*innen/ Pädagog*innen
  • alle mit Interesse an sozialer Kompetenzförderung
  • Befürworter*innen der sozialen Weiterbildung
Arthur Höring
Redakteur

Gibt es grundlegende Unterschiede zwischen deiner wissenschaftlichen Perspektive auf soziale Kompetenz und einer vielleicht eher alltäglicheren Auffassung des Begriffes?

Janine Linßer
Doktorandin

Ja, definitiv. Im alltagssprachlichen Gebrauch wird soziale Kompetenz synonym mit prosozialem Verhalten verwendet. Eine Person gilt demnach als sozial kompetent, wenn sie sich anderen gegenüber prosozial verhält, beispielsweise ihrem Bürokollegen auch ein Bonbon anbietet, wenn sie sich selbst eins in den Mund steckt. Bei genauerer Betrachtung ist aber festzustellen, dass soziale Kompetenz noch viel mehr umfasst. Unter anderem nämlich auch die Fähigkeit Konflikte zu lösen oder andere Perspektiven zu übernehmen. Konsequenterweise sollte man also von sozialen Kompetenzen sprechen, die soziale Kompetenz gibt es nämlich nicht.

Arthur Höring
Redakteur

Zum empirischen Teil deiner Arbeit gehört auch die Auswertung eines Trainingsprogramms. Mit welcher Herangehensweise hast du versucht das Konzept von sozialen Kompetenzen greifbar und messbar zu machen? 

Janine Linßer
Doktorandin

Zunächst einmal habe ich mich dem Konstrukt der sozialen Kompetenzen genähert, indem ich viel Literatur gesichtet, analysiert und verdichtet habe. Danach habe ich geschaut, welche sozialen Kompetenzen in dem von mir unter die Lupe genommenen Trainingsprogramm gefördert werden sollen, wie zum Beispiel die Facette Konfliktlösefähigkeit. Messbar gemacht habe ich das Ganze dadurch, dass ich Skalen eingesetzt habe, die bereits zuvor validiert und eingesetzt wurden. Auf die aufwändige Entwicklung eines neuen Instrumentes konnte ich glücklicherweise verzichten.

Arthur Höring
Redakteur

In deinem Plädoyer regst du eine Neubetrachtung der Kernaufgaben von Schule an. Was steht für dich im Zentrum dieser Neubetrachtung?

Janine Linßer
Doktorandin

Im Zentrum steht für mich, Schule konsequent zu einem Ort zu entwickeln, an dem Leben und Lernen gleichermaßen ermöglicht und gefördert werden können. Mit einem nicht zu Ende gedachten Ganztagsmodell, in dem der Vormittag durch Lehrkräfte und der Nachmittag von Erzieher*innen unabhängig voneinander gestaltet wird, sollte Schluss sein. Schule als Haus ganzheitlichen Lebens und Lernens zu entwickeln, kann dann gelingen, wenn Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen, Erzieher*innen, Jugendarbeiter*innen, etc. wechselseitig und aufeinander bezogen den schulischen Alltag gemeinsam gestalten und nicht die einen vorranging den Vormittag füllen und dann den Schlüssel an die anderen übergeben, die dann die Nachmittagsgestaltung übernehmen.