Auf einen?

Expertise

  • Empirische Forschung zum Mobilitätsverhalten
  • Nachhaltige Mobilität und Mobilitätsmanagement
  • Erreichbarkeiten und Daseinsvorsorge

Interessant für

  • Forscher*innen aus dem Bereich Mobilität und Verkehr
  • Menschen die sich mit Migration und Integration beschäftigen
  • alle, die an einer nachhaltigen, inklusiven Entwicklung interessiert sind

Interview mit Dr. Janina Welsch

Janina Welsch hat ihre Promotion 2019 an der Leuphana Universität Lüneburg veröffentlicht, an der sie auch Angewandte Kulturwissenschaften studierte. Als Mobilitätsforscherin interessiert sie sich für Fragen mit Bezug zum alltäglichen Mobilitäts- und Verkehrsverhalten und dessen Veränderbarkeit mit Blick auf die Förderung einer nachhaltigen Mobilität. Dazu hat sie in den letzten Jahren in vielfältigen Projekten vor allem am ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH in Dortmund gearbeitet.

Expertise

  • Empirische Forschung zum Mobilitätsverhalten
  • Nachhaltige Mobilität und Mobilitätsmanagement
  • Erreichbarkeiten und Daseinsvorsorge

Interessant für

  • Forscher*innen aus dem Bereich Mobilität und Verkehr
  • Menschen die sich mit Migration und Integration beschäftigen
  • alle, die an einer nachhaltigen, inklusiven Entwicklung interessiert sind
Arthur Höring
Redakteur

Was ist der Unterschied zwischen Verkehr und Mobilität?

Janina Welsch
Doktorandin

Es gibt hier viele nuancenreiche Antworten, aber kurz gesagt ist der Begriff ‚Mobilität‘ weiter gefasst als der Begriff ‚Verkehr‘. Mobilität schließt Möglichkeiten und Fähigkeiten für eine Bewegung ein. Im Rahmen meiner Arbeit bearbeite ich einen Ausschnitt daraus. Räumliche Mobilität von Personen bezieht sich dabei auf Ortsveränderungen, da wir im Alltag unsere Bedürfnisse meist nicht an einem einzigen Ort befriedigen können, ohne uns zu bewegen. Wir gehen beispielsweise zur Schule, zur Arbeit oder suchen Orte auf, an denen wir einkaufen, etwas essen oder Freunde treffen. Die jeweils realisierte Mobilität wird dann als Verkehr sichtbar und messbar und umfasst ganz verschiedene Verkehrsmittel.

Arthur Höring
Redakteur

Deine Arbeit orientiert sich am Standort Offenbach am Main. Was sind für dich die ausschlaggebenden Faktoren in Bezug auf Mobilität, die vom jeweiligen Ort abhängen?

Janina Welsch
Doktorandin

Die räumlichen und klimatischen Gegebenheiten bestimmen sehr grundlegend unsere Möglichkeiten. Ganz leicht lässt sich dies in den Bergen oder an einem Fluss erfahren. Aber auch die Art und Weise, wie unsere Orte und Städte gebaut und gestaltet sind, erleichtern oder erschweren bestimmte Arten der Mobilität. Interessanterweise gibt es aber auch Hinweise zum Einfluss nicht nur von Raum oder Infrastruktur, sondern auch in Bezug auf den sozialen Umgang damit, also gewissermaßen auf die Kultur. Dies gilt in verschiedenen Maßstäben, in der Familie, in Organisationen wie Schule oder Arbeitgeber oder auch im größeren Maßstab für einzelne Städte oder für ganze Länder, so dass man von Unterschieden in der Mobilitätskultur sprechen kann.

Arthur Höring
Redakteur

Welche Besonderheiten ergeben sich im Zugang zu Mobilitätsangeboten für Menschen mit Migrationshintergrund?

Janina Welsch
Doktorandin

Ob ich ein Verkehrsmittel nutzen kann oder nicht, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Zunächst einmal benötige ich die Fähigkeit dazu, beispielsweise beim Fahrrad- oder Autofahren. Außerdem sollte ich die notwendigen, auch finanziellen, Ressourcen haben und das Verkehrsmittel sollte mir zumindest ab und zu zur Verfügung stehen. Beim zu Fuß gehen ist dies meistens kein Problem, aber bei anderen Verkehrsmitteln unterscheiden sich verschiedene Gruppen in eben diese Voraussetzungen. In meiner Dissertation konnte ich z. B. zeigen, dass Haushalte ohne Migrationshintergrund vor allem häufiger mehrere Autos besitzen, ähnliches gilt für Fahrräder.
Unabhängig vom Migrationshintergrund ist das Auto das am regelmäßigsten genutzte Verkehrsmittel. Aber vor allem Frauen mit Migrationshintergrund, insbesondere die älteren, haben seltener einen Führerschein. Auch können sie seltener Fahrrad fahren und sind dementsprechend häufiger mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder als Mitfahrerinnen im Auto unterwegs.
Möglicherweise gestaltet sich auch der Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln schwieriger, insbesondere für Menschen die neu in einer Stadt sind und die Sprache nicht gut sprechen. Wenn ich nicht weiß, wie ich den Fahrplan lese, kann ich das Verkehrsmittel nicht so leicht oder auch gar nicht nutzen. Interessanterweise wurden finanzielle Gründe vor allem bei der Frage angegeben, warum im Haushalt kein Auto vorhanden ist, weniger in Bezug auf den öffentlichen Verkehr.
Wie bereits erwähnt, können auch kulturelle Gründe die persönlichen Mobilitätsoptionen bestimmen oder vielleicht sogar einschränken. Wenn man nicht mit dem Fahrradfahren groß geworden ist, dann kann das beispielsweise als Barriere wirken. Beim Fahrrad gibt meine Arbeit einen Hinweis darauf, dass der familiäre Umgang in der Kindheit eine größere Rolle spielt als bei anderen Verkehrsmitteln.

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Janina Welsch
Auf einen?
du

Na klar, sehr gerne.