Auf einen?

Expertise

  • Weideverhalten von Milchkühen
  • Sensortechnologien zur Erfassung des Weideverhaltens bei Wiederkäuern
  • Digitalisierungsstrategien auf Betriebsebene zur Verbesserung der Weidehaltung

Interessant für

  • Agrarwissenschaftler*innen
  • Berater*innen im Bereich der Landwirtschaft
  • Landwirt*innen

Interview mit Dr. Jessica Werner

Frau Dr. Jessica Werner hat an der Universität in Hohenheim Agrarwissenschaften mit der Vertiefung Tierwissenschaften studiert und hat ihr Studium 2014 mit Erfolg abgeschlossen. Nach einem Forschungspraktikum an der schweizerischen Forschungsanstalt Agroscope mit dem Fokus auf Arbeitswissenschaften und der Entwicklung von Nachhaltigkeitsindikatoren promovierte sie in Zusammenarbeit mit dem irischen Forschungsinstitut Teagasc in Moorepark und der Universität Hohenheim im Bereich des Precision Livestock Farmings bei weidenden Milchkühen. Ihre Promotion hat sie 2018 sehr erfolgreich abgeschlossen und seit April 2018 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet der Tierernährung und Weidewirtschaft in den Tropen und Subtropen am Institut der Tropischen Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim tätig. Dabei beschäftigt sie sich derzeit hauptsächlich mit der Optimierung der Weidehaltung bei Wiederkäuern.

Expertise

  • Weideverhalten von Milchkühen
  • Sensortechnologien zur Erfassung des Weideverhaltens bei Wiederkäuern
  • Digitalisierungsstrategien auf Betriebsebene zur Verbesserung der Weidehaltung

Interessant für

  • Agrarwissenschaftler*innen
  • Berater*innen im Bereich der Landwirtschaft
  • Landwirt*innen
Arthur Höring
Redakteur

Der Weidehaltung steht die Stallhaltung von Milchkühen gegenüber. Wie unterscheiden sich die beiden und warum erlebt die Weidehaltung einen Aufschwung?

Jessica Werner
Doktorandin

In der Weidehaltung ist die bedarfsgerechte Fütterung und das Tiermonitoring erschwert, da die Tiere nicht 24/7 im näheren Umfeld des Landwirtes sind. Die Ration kann auch nicht wie im Stall geplant und dementsprechend angemischt werden. Die Futterqualität und das Futterangebot auf der Weide variieren stark und man hat nur einen groben Anhaltspunkt was und wie viel die Kuh gefressen hat. Der Vorteil der Weidehaltung aber ist die natürliche Futteraufnahme der Tiere, die evolutionär nur durch Grasen erfolgte, zusätzlich können die Tiere ihr natürliches Verhalten besser ausleben. Dies spiegelt sich in einer besseren Tiergesundheit wider. Außerdem kann die Weidehaltung durch einen geringeren Input an Futterkosten ebenfalls ökonomisch rentabler für den Betrieb sein.

Arthur Höring
Redakteur

Wie sind die von dir genutzten Sensoren aufgebaut und wie können sie Dinge wie Wiederkauschläge registrieren oder die Fressdauer bestimmen?

Jessica Werner
Doktorandin

In meiner Arbeit habe ich zwei unterschiedliche Sensoren genutzt. Der MooMonitor+ ist ein Halsband, an dem ein 3-Achsen-Beschleunigungssensor befestigt ist. Vergleichbar mit einem Schrittzähler im Handy können durch die Beschleunigungsdaten dieser Achsen verschiedene Aktivitätsmuster abgebildet werden, wie z. B. das Wiederkäuen, Fressen oder Ruhen. Vor allem das Wiederkäuen besitzt ein sehr rhythmisches Muster, welches man gut in den gewonnenen Daten ablesen kann.
Das RumiWatch-Halfter hingegen nutzt eine komplexere Technik. Dabei wird die Kieferbewegung des Tieres durch einen über den Nasenrücken gelegten und mit Öl befüllten Schlauch abgebildet. Beim Öffnen und Schließen ändert sich der Druck innerhalb des Schlauches, was durch einen Drucksensor im Schlauch erfasst wird. Durch zusätzliche Beschleunigungssensoren am Halfter kann auch die Kopfposition beim Grasen bestimmt werden und ob die Kuh steht, liegt oder sogar wie viele Schritte sie am Tag macht. Das erlaubt die Erhebung sehr detaillierter Daten zum Fressverhalten.

Arthur Höring
Redakteur

Du stellst in Aussicht, dass der Einsatz von Sensoren bei der Bestimmung von Weideflächen helfen könnte. Welche Faktoren stehen denn mit der Wahl der richtigen Weideflächen in Zusammenhang?

Jessica Werner
Doktorandin

Man muss verschiedene Aspekte kennen. Im Moment ist es oft nur eine visuelle Abschätzung des Landwirts, die die verfügbare Futtermenge auf der Weide an den Bedarf der Tiere – meist auf Herdenniveau ­­– anzupassen versucht. Dies basiert auf der Annahme, dass jedes individuelle Tier genug Futter von ausreichender Qualität auf der Weide findet und auch frisst. Dazu hat man aber weder genaue Angaben, wieviel wirklich auf der Weide wächst, da die Weideflächen oft sehr heterogen sind, noch wieviel jede einzelne Kuh wirklich frisst. Denn hierbei zeigen sich auch sehr große Unterschiede zwischen beispielsweise hoch- oder niedriglaktierenden bzw. ranghohen oder -niedrigen Tieren. Auf tierindividueller Ebene wäre es also aus ökologischer und auch ökonomischer Sicht von Vorteil, einen Indikator dafür zu finden, ob die Kuh bedarfsgerecht auf der Weide gefüttert wurde, da man kein Futter verschwendet und die Weidefläche nicht zu stark belastet. Aber da gibt es noch viel Forschungsbedarf.

Kontakt aufnehmen

Jessica Werner
Auf einen?
du

Na klar, sehr gerne.