Auf einen?

Expertise

  • Qualitative Forschungsmethoden
  • medialer Habitus
  • medienpädagogische Kompetenz und Medienbildung in der Lehrkräftebildung

Interessant für

  • Anbieter*innen von Bildungsmedien
  • Referent*innen im Bereich Medienbildung
  • Beteiligte an der Lehrkräftebildung

Interview mit Dr. Sue-Ann Bäsler

Dr. Sue-Ann Bäsler hat Neuere Deutsche Literatur und Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Medienpädagogik und -forschung an der Freien Universität Berlin studiert. Ihre Abschlussarbeit widmete sie der Internetkompetenz von Grundschulkindern. Nach studentischen Tätigkeiten als Forschungsassistentin (FU Berlin) und Tutorin (TU Berlin) absolvierte sie ein Volontariat beim Cornelsen Verlag Berlin im Bereich Digitale Bildungsmedien. Seit der Übernahme in die Festanstellung ist sie als Prozess- und Projektmanagerin für Digitale Medien zuständig. Ihrem wissenschaftlichen Interesse für medienpädagogische Themen folgend, promovierte sie nebenberuflich im Bereich Bildungswissenschaften an der TU Berlin zum medialen Habitus von angehenden Lehrkräften.

Expertise

  • Qualitative Forschungsmethoden
  • medialer Habitus
  • medienpädagogische Kompetenz und Medienbildung in der Lehrkräftebildung

Interessant für

  • Anbieter*innen von Bildungsmedien
  • Referent*innen im Bereich Medienbildung
  • Beteiligte an der Lehrkräftebildung
Arthur Höring
Redakteur

Deine Arbeit bedient sich des theoretischen Konzepts des medialen Habitus. Was ist damit gemeint?

Sue-Ann Bäsler
Doktorandin

Das Konzept des medialen Habitus nach Kommer und Biermann ­­– auf das ich mich auch in meiner Dissertation beziehe –­­ ist angelehnt an das Habituskonzept des Sozilogen Pierre Bourdieu. Der mediale Habitus beschreibt medienbezogene Handlungs- und Deutungsmuster, derer sich Menschen bewusst und – vorrangig – unbewusst im Alltag bedienen. Eine medienbezogene Entscheidung ist beispielsweise welche Medien ich wofür nutze. Dazu gehören aber auch medienbezogene Haltungen, also wie ich zum Beispiel das Handy als Instrument für den Schulunterricht bewerte. Das Konzept geht davon aus, dass der mediale Habitus einer Person bereits in früher Kindheit durch die erfahrene Mediensozialisierung geprägt wird und schwer im Erwachsenenalter angepasst werden kann.

Arthur Höring
Redakteur

Medialer Wandel vollzieht sich sehr schnell. Ist unser Bildungssystem teilweise zu träge, um auf diese Geschwindigkeit zu reagieren?

Sue-Ann Bäsler
Doktorandin

Das Konzept des medialen Habitus beschreibt eine mögliche Erklärung dafür, warum Digitalisierung nur sehr langsam Einzug ins Bildungssystem hält. Das Thema Digitalisierung oder Medialität von Bildung muss in die Lehrkräftebildung aufgenommen werden, damit zukünftige Lehrkräfte innovative Medienbildung, auch in Bezug auf Digitalisierung, fördern können.
Das Thema meiner Dissertation beschäftigt sich mit Medienbildung in der universitären Lehrkräftebildung. Es tut sich bereits sehr viel auf diesem Gebiet und zukünftige Lehrkräfte sind offen gegenüber Digitalisierung von Bildung eingestellt, es fehlt jedoch noch an gelebten Standards in Bildung und Ausbildung sowie flächendeckender Infrastruktur.

Arthur Höring
Redakteur

OpenD ist wahrscheinlich ein Beispiel dafür, dass Promovieren inzwischen ebenfalls medial geprägt ist. Hatten deine ausgiebige Auseinandersetzung mit Medienkompetenz und medialem Habitus in diesem Sinne einen Einfluss auf die Herangehensweise an deine eigene Dissertation?

Sue-Ann Bäsler
Doktorandin

Tatsächlich hat die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Konzept des medialen Habitus dazu geführt, dass ich meine eigenen medialen Handlungen hinterfragt und beleuchtet habe. Ich habe mich selbst gefragt, zu welchem medialen Habitustypen ich mich selbst zählen würde. Es gibt verschiedene Typen, die sich zwischen – grob gesagt – medialer Begeisterung, Pragmatismus und Skepsis einordnen lassen. Einer kompletten Ablehnung von insbesondere neuen Medien bin ich bei meiner Forschung nicht begegnet. Meine eigene Technikaffinität hat vermutlich dazu beigetragen, dass ich in allen Phasen der Promotion, z. B. bei der Datenerhebung, -auswertung und -analyse sowie beim Literaturmanagement die verschiedensten Tools und Softwares benutzt habe.
Das Thema der Dissertation selbst, nämlich „medienpädagogische Ausbildung und der mediale Habitus von Lehrkräften“, habe ich deshalb gewählt, weil ich es neben einer forschungs-wissenschaftlichen Relevanz auch persönlich interessant finde.

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Sue-Ann Bäsler
Auf einen?
du

Na klar, sehr gerne.