Auf einen?

Expertise

  • Psychologie
  • Human Factors
  • Kognitive Modellierung

Interessant für

  • UI-/ UX-Forscher und Entwickler
  • KI-Forscher und Entwickler
  • Psychologen und Kognitionswissenschaftler

Interview mit Dr. Sabine Prezenski

Sabine Prezenskis Forschungsziel ist es, menschliches Verhalten in komplexen Situationen, d. h. möglichst realitätsnah zu verstehen. Sie hat an der Freien Universität Berlin Psychologie studiert und an der Technischen Universität Berlin promoviert. Hier hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet für kognitive Modellierung in dynamischen Mensch-Maschine-Systemen gearbeitet und zusätzlich ein Softwarecampus-BMBF-Projekt, bei dem dynamisches Entscheidungsverhalten beim Freeriding untersucht wird, geleitet.

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Arthur Höring
Redakteur

Was ist der Unterschied zwischen einem kognitiven und einem mentalen Modell?

Sabine Prezenski
Doktorandin

Mentale Modelle sind gedankliche Beschreibungen von Vorgängen und Gegenständen, die Menschen nutzen, um die Welt zu beschreiben und zu verstehen. Diese Modelle sind häufig sehr einfach. Mit zunehmender Expertise des Menschen werden sie aber detaillierter. Für die meisten Menschen wäre ein mentales Modell eines Flugzeuges beispielsweise eine fliegende Röhre mit Flügeln, in der Passagiere sitzen. Eine Luftfahrtingenieurin würde vermutlich die extreme Leichtbauweise des Flugzeuges sowie aerodynamische Aspekte in ihr mentales Modell aufnehmen. Ein Pilot andererseits bezieht vermutlich das Verhalten des Flugzeuges beim Start sowie die Bordsysteme in sein Modell ein.
Kognitive Modelle hingegen werden in technischen Systemen genutzt und sind explizite Regeln und Vorgänge, die von Menschen erdacht und programmiert werden. Ein kognitives Modell ist also ein Algorithmus, der versucht, menschliches Denken zu beschreiben. Dabei kann zum Beispiel abgebildet werden, wie viel Aufmerksamkeitsressourcen Menschen zur Verfügung haben. Anhand eines solchen Ressourcenmodells kann ein Computer dann einschätzen, ob die Nutzer noch zusätzliche Informationen verarbeiten können oder nicht.

Arthur Höring
Redakteur

Neben dem Aufbau von mentalen Modellen legst du deinen Fokus auch auf deren Umbau. Welchen Stellenwert nimmt die Flexibilität der Modelle in deiner Forschung ein?

Sabine Prezenski
Doktorandin

Mentale Modelle sind per se flexibel. Unsere Repräsentation darüber, wie zum Beispiel eine App funktioniert, kann sich jederzeit ändern, indem wir Erfahrungen machen, die mit der bisherigen Repräsentation nicht abgebildet werden können.
In meiner Arbeit wird das adressiert und ferner ein kognitives Modell entwickelt, das Lernen und Umlernen bei der dynamischen Systeminteraktion abbilden kann. Dieses Modell wurde für zwei unterschiedliche Systeme implementiert und ist dementsprechend flexibel einsetzbar.

Arthur Höring
Redakteur

Man könnte argumentieren, dass das erstmalige Schreiben einer Doktorarbeit ebenfalls ein unbekanntes System darstellt. Hast du während deiner Promotion auch an dir Muster des interaktiven Lernens entdecken können?

Sabine Prezenski
Doktorandin

Das Schreiben meiner Dissertation und die dazugehörigen Forschungsarbeiten sind eher in einem analytischen Prozess entstanden.
Interaktives Lernen trat in dieser Zeit tatsächlich eher in meiner Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Berlin auf. Bei dieser Tätigkeit habe ich mir nämlich erstmal ein Grundwissen angelesen und erfragt. Im Kontext des interaktiven Lernens habe ich mir also Vorwissen angeeignet. Auf dieser Grundlage habe ich dann zum Beispiel versucht, eine Dienstreise abzurechnen. Dies wurde dann leider von der Reisekostenstelle abgelehnt. Ich habe also entsprechende Rückmeldung erhalten und bin auf den Kosten hängen geblieben. Daraufhin habe ich dann meine Vorgehensweise bei der Abrechnung, sprich mein Modell, angepasst. So habe ich dann mithilfe des interaktiven Lernens meine nächste Dienstreise erstattet bekommen.

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Sabine Prezenski
Auf einen?
du

Na klar, sehr gerne.