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Expertise

  • Klimadynamik
  • Klimavorhersage
  • Wissenschaftspolitik

Interessant für

  • Umwelt-NGOs
  • Consultancies
  • Rückversicherernde
  • Klimaenthusiast*innen

Interview mit Dr. Leonard Borchert

Leonard Borchert ist Klimaforscher mit vielschichtigen inhaltlichen Interessen. Nach Forschungsschwerpunkten in Küstendynamik und ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels untersucht er seit 2015 die Vorhersagbarkeit europäischer Oberfchentemperaturen bis zu 10 Jahre in die Zukunft. Zudem engagiert er sich in diversen Netzwerken für die Rechte Promovierender in Deutschland.

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Anja Zeltner
Freie Autorin

Kann man das Klima wirklich für einige Jahre glaubhaft vorhersagen?

Leonard Friedrich Borchert
Doktorand

Das hängt vor allem davon ab, was man wo vorherzusagen versucht; Niederschlag können die meisten Modelle auf dieser Zeitskala zum Beispiel nicht gut vorhersagen. Generell können aktuelle Klimamodelle, wenn man ihnen den Zustand des Klimas zu Beginn der Vorhersage „verrät“, für bis zu zehn Jahre ganz gut vorhersagen, ob es eher kälter oder wärmer wird – die Vorhersage von genauen Temperaturen funktioniert weniger gut. Studien, in denen Vorhersagen über die letzten ca. 60 Jahre simuliert und mit Beobachtungen verglichen wurden, zeigen, dass diese „dekadischen“ Temperaturvorhersagen besonders gut im Nordatlantikraum funktionieren.

Anja Zeltner
Freie Autorin

Wie funktionieren die Vorhersagen, mit denen du dich in deiner Dissertation beschäftigt hast?

Leonard Friedrich Borchert
Doktorand

Hier ist die Abgrenzung zu Klimaprojektionen wichtig: Die Vorhersagen, mit denen ich mich beschäftige, sind im Allgemeinen weniger zuverlässig als Klimawandelszenarien. Das liegt daran, dass auf der dekadischen Zeitskala nicht nur der Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre eine Rolle spielt, sondern, ähnlich wie bei einer Wettervorhersage, auch der Zustand des Klimasystems zu Beginn der Vorhersage. In meiner Dissertation bin ich der Frage nachgegangen, warum Oberflächentemperaturen im Nordatlantikraum für bis zu zehn Jahre so gut vorhersagbar sind. Ich habe herausgefunden, dass der Transport von Wärme im Ozean in den Nordatlantik dort eine wichtige Rolle dafür spielt, ob dekadische Temperaturvorhersagen glaubwürdig sind.

Anja Zeltner
Freie Autorin

In deiner Dissertationszeit und auch jetzt bist du in verschiedenen Promotionsnetzwerken engagiert. Wie bewertest du die Situation der Promovierenden in Deutschland momentan?

Leonard Friedrich Borchert
Doktorand

In den letzten Jahren hat sich vieles gebessert: Zum Beispiel haben einige Wissenschaftsorganisationen Stipendien weitestgehend abgeschafft, und Betreuungspanels – also eine Gruppe von Wissenschaftler_innen, die einzelne Promovierende betreut – wurden vielerorts eingeführt. Durch diese Maßnahmen sind jetzt viele Promovierende z. B. sozial- und rentenversichert, was bei vielen Promovierenden mit Stipendium leider nicht der Fall ist, und die Gefahr von Machtmissbrauch gegenüber Promovierenden ist auf Grund der Kontrolle einzelner Betreuer_innen durch das Panelsystem gesunken. Trotzdem gibt es noch einiges zu tun: Promovierende werden oftmals nach wie vor nicht voll für die geleistete Arbeit bezahlt, kämpfen auf Grund des hohen Stresses mit ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit, und auch Promotionspanels konnten bisher Machtmissbrauch nicht vollends vermeiden. Es gibt aber Hoffnung: Mich beeindruckt immer wieder, was selbstorganisierte Gruppen Promovierender erreichen können, wie zum Beispiel das N2-Netzwerk, in dem ich selbst engagiert bin.

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Leonard Friedrich Borchert
Auf einen?
du

Na klar, sehr gerne.