Betreuung

Betreuung durch einen Doktorvater oder eine Doktormutter.

Wer traditionell promoviert, hat eine Doktormutter oder einen Doktorvater, die sich im Wesentlichen alleine um den Doktoranden oder die Doktorandin kümmern. Die betreuende Person begleitet die Dissertation und ist am Ende – zusammen mit dem Zweitgutachter – auch eine derjenigen, die die Arbeit bewerten.

Dr. Marc Torka vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung hat sich intensiv mit dem Promotions-Betreuungs-Verhältnis beschäftigt. Er sagt: „Das Wissenschaftssystem fußt auf der Konkurrenz zwischen hoch spezialisierten Forschungsansätzen, die meist in sehr kleinen Forschungsgemeinschaften entwickelt werden.“ Deshalb sollte ihm zufolge die Konstellation, in der Betreuer*in und Betreute*r in einem geteilten Themenfeld arbeiten, das Maß aller Dinge bleiben. Auch, weil es für Promovierende wichtig sei, einen hauptverantwortlichen Ansprechpartner zu haben, der verbindliche Auskünfte zur Doktorarbeit erteilen kann.

Die Betreuungsqualität hängt von der Qualität des Verhältnisses zweier Personen ab, wobei die Macht fast ausschließlich bei einer Person liegt – beim Betreuenden. Entstehen fachliche oder zwischenmenschliche Konflikte, kann auch mal das ganze Promotionsprojekt auf der Kippe stehen.